Slackline – der Begriff taucht seit ein paar Jahren immer häufiger in Verbindung mit Bergsport auf und hat auch seinen Weg in die Alpinliteratur gefunden. Allen voran hat die Bergsportlegende Heinz Zak zur Verbreitung des Slacklinens beigetragen und das vor allem durch spektakuläre Highline- Aktionen in den USA und den Alpen. Mir scheint die Slackline als hervorragendes Trainingsgerät für Gleichgewichtssinn und als Abwechslung, wenn man gerade nicht in den Bergen unterwegs ist oder den Feierabend nicht in der Kletterhalle verbringen möchte.
Ich hatte jetzt die Möglichkeit, mir selbst einen Eindruck von dem Sport zu machen und zwar mit einer Gibbon Travelline. Als ich die Slackline auspackte, ist mir erstmal das geringe Gewicht und Packmaß aufgefallen. Das ganze Set bestehend aus Line, Ratsche und Baumschutz ist so kompakt, dass man es ohne Probleme überall hin mitnehmen kann ohne viel Gewicht mitzuschleppen (gemessen: 2080 Gramm mit Packsack und Baumschutz). Die Slackline ist 15m lang und mit 50mm relativ breit. Je breiter die Line, desto besser eignet sie sich für gesprungene Tricks, von denen ich allerdings noch weit entfernt bin! Nachdem ich die Line das erste Mal zwischen zwei Bäumen gespannt habe und das erste Mal den Fuß darauf gesetzt habe, ging es los: die Slackline geriet in fast unkontrollierte Schwingungen und es war unmöglich auch nur einen weiteren Schritt zu tun! Also andere Taktik: parallel zur Slackline stehen, einen Fuß darauf platzieren und sofort schwungvoll vom Boden abdrücken und den ersten Schritt tun… so geht’s! Nach ungefähr zehn Versuchen habe ich mich an die Slackline gewöhnt und die ersten Schritte fallen deutlich einfacher. Nach ungefähr zwei Stunden schaffe ich es sogar, einmal die Line abzugehen und wieder umzudrehen! Ab jetzt macht es wirklich Spaß und ich sehe mich schon im nächsten Sommer beim campen neben dem Zelt auf meiner Travelline herumspazieren!
Die Gibbon Travelline besteht aus drei Teilen: zunächst der Baumschutz, der in ca. 50cm Höhe um die Bäume gelegt wird, um die Rinde nicht zu beschädigen, und per Klettverschluss fixiert wird. Dann die Slackline mit Schlaufe am Ende, die per Ankerstich um den Baum gelegt wird und schließlich die Ratsche, die ebenfalls per Ankerstich befestigt wird. Hat man beide Enden per Hand in Position gebracht, fädelt man das offene Ende der Slackline durch die Ratsche und beginnt das Seil zu spannen. Man sollte darauf achten, sich nicht die Finger einzuklemmen, denn sobald das Seil straffer wird treten extreme Kräfte im Bereich der Ratsche auf! Auch beim Öffnen der Ratsche ist Vorsicht geboten… Zum Öffnen zieht man den kleinen, beweglichen Hebel in der Ratsche zum Griff und öffnet die Ratsche komplett. Kurz vor dem Erreichen des Anschlags, öffnet sich die Verzahnung der Ratsche und die Slackline verliert augenblicklich die Spannung und lässt sich wieder aus der Ratsche ziehen. Übrigens: durch die extrem hohen Spannkräfte sollte man sich zwei Bäume mit mindestens 30cm Durchmesser suchen. Auch der Boden zwischen den Bäumen sollte eben und ohne Hindernisse wie Wurzeln oder Steinen sein, um sich nicht beim unbeabsichtigten Absteigen zu verletzen. Nachdem es schon recht herbstlich war bei meinen ersten Versuchen, habe ich meine Skateschuhe für die Slackline verwendet. Im Sommer werde ich aber lieber barfuss laufen, so hat man bestimmt die beste Kontrolle.
Mir hat die Gibbon Travelline echt Spaß gemacht und ist die perfekte Wahl, wenn man ein kleines, leichtes Sportgerät haben will um im Park/ Wald nebenan ein paar sonnige (Feierabend-) Momente genießen will! Außerdem scheint man mit einer Slackline immer noch eine Attraktion zu sein: während meiner ersten Versuche haben mich viele Menschen angesprochen und haufenweise Kinder wollten „mal probieren“ – eine kostenlose Kontaktbörse also! Im Winter trainiere ich weiter und überlege schon, wo man a la Heinz Zak über kleine Seen, Flüsse oder Rapsfelder slacklinen könnte!

