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Adamello (3554m)

Der Adamello (3554 m) ist einer der großen Ski- Dreitausender der Südalpen und ein beherrschender Gipfel in Norditalien, etwa 40 km vom Gardasee entfernt (Provinz Brescia, unweit des Trentino). Die imposante Adamellogruppe misst etwa 30×30 km misst und ist im Winter eine menschenleere Gletscherlandschaft von unbeschreiblicher Schönheit.

Tourenbeschreibung Adamello

Wir starteten in Richtung Adamello von der wichtigen Ost-West-Verbindung des Tonalepasses (Passo del Tonale, 1.884 m). Der erste Tag startet jedoch zunächst mit dem Zustieg zum Rifugio Lobbia Alta (ai caduti dell’ adamello). Der Zustieg ist eigentlich nicht sonderlich lang, doch der Schnee ist von der Art “Knochenbrecher” – schwer und sulzig – und macht den Einstieg wieder mal schwierig. Dennoch – die Hütte hat das erste Wochenende der Saison geöffnet und es sind nur ein Dutzend andere Tourengeher unterwegs. Vor dem Abendessen steige ich noch auf den Gipfel der Lobbia Alta (3196m) und genieße die Einsamkeit auf dem Gipfel in der winterlichen Verlassenheit dieses riesigen Gletscherbeckens (pian di neve). Beim Abstieg finde ich einen verrosteten Stacheldraht, der wohl noch von den blutigen Kämpfen an der Dolomitenfront 1915–1917 übrig ist. Unvorstellbar, wie diese Menschen hier so lange ausharren konnten um einem sinnlosen Krieg nachzueifern.

Der Hüttenwirt freut sich über so junge Gäste und serviert ein ordentliches Abendessen, das einem (wie immer in den Bergen) vorkommt als sei es das beste Essen, das man je zu sich genommen hat. Die Nacht ist sternenklar und ich kann mit Fug und Recht behaupten, noch nie so ein imposantes Sternenbild gesehen zu haben. Leider ist es unglaublich kalt (ausnahmsweise kein Gedanke an ein Biwak) und ich schlafe wunderbar in einem Daunenbett ein.

Der nächste Morgen ist wunderschön und ein kräftiges Frühstück lässt uns bald aufwachen und aufbrechen. Leider spielt das Kleber von Daniels Skifellen heute nicht mit und wir müssen die Felle mit je einer Reepschnur stark spannen, damit sie nicht alle 2 Meter vom Ski fallen. Zum Glück hält diese abenteuerliche Konstruktion und wir erreichen schnell den Fuß des Adamello. Daniel bleibt zurück, ich steige zu Fuß zum Gipfel, läute einmal die Glocke und steige sofort wieder ab, um Daniel nicht zu lange warten zu lassen. Wir gleiten langsam entlang der Aufstiegsspur zurück (nicht über die Flanke des Corno Bianco wie geplant, sondern aussenrum) um schließlich noch einen letzten Gegenanstieg zum Passo Venezia (3225m).  Von dort startet jetzt der eigentliche Spaß: eine Traumabfahrt von 1900 Hm. Man fährt über den spaltigen Pisganagletscher ab – leider viel zu kurz – bis man schließlich Richtung Norden dem wilden Tal folgend bis man schließlich die Haarnadelkurve der Paßstrasse bei Sozzine (1318m) erreicht. Nach einer Viertelstunde hat mich ein netter Mitarbeiter der Forstverwaltung zurück zum Tonalepaß gebracht, wo wir kurze Zeit später eine wohlverdiente heiße Dusche nehmen konnten.

Fazit zur Adamello-Tour

Der Adamello ist eine Paradeskitour, die große Ausdauer erfordert. Technisch eher unschwierig (ausser man steigt bis zum Gipfel mit Ski). Wir hatten als einzige ein Seil dabei, meiner Meinung gehört ein Seil auch auf einen Gletscher, allen anderen war dies scheinbar gleichgültig. Fazit: absolut empfehlenswert!

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